Wundervolle Kitty

Es war im Sommer 2015, als meine Freundin, die in der Nähe der Futterstelle wohnt, mich anrief: “Hier ist eine neue Katze, ein Auge sieht gar nicht gut aus”. Ich ging sofort hin.

 

Ja, diese Katze war neu; auch ich  hatte sie noch nie gesehen. Ihr eines Auge war nicht mehr zu sehen, dafür war dieser gesamte Augenbereich stark geschwollen, vereitert, entzündet.

 

Die Katze war sofort zutraulich. Sie ließ sich streicheln, sogar hoch nehmen.

 

Am nächsten Tag fuhr meine Freundin mit ihr zur nächsten Tierärztin. Es war klar, daß diese Wunde schon länger bestand. Das eine Auge war nicht mehr vorhanden.

 

Wo immer diese Katze plötzlich her kam, sie hat gespürt, wo sie Hilfe bekommt.

 

Sie blieb mehrere Tage bei der Tierärztin, die sich liebevoll kümmerte. Jeder mochte diese Katze, denn diese Katze mochte jeden Menschen. Die Wucherung am Auge wurde operiert, entfernt. Sie bekam einen Trichter, dann eine Drainage. Das Gewebe wurde untersucht. Und das Schlimmste wurde bestätigt: es war ein bösartiger Tumor.

Wir suchten dringend ein gutes Zuhause für diese Katze, denn auf die Straße konnten wir sie nicht wieder lassen. Und wir selber hatten ja schon genug Katzen und hätten nicht genügend Zeit, uns ausreichend um sie zu kümmern. Wir fanden ein wundervolles Zuhause für sie, wo ein lieber Mensch ganz viel Zeit für sie hatte, ohne weitere Katzen, mit langer Katzenerfahrung.

Wir nannten diese Katze Kitty.

 

Ich besuchte die beiden oft. Es war einfach nur schön zu sehen, wie genügsam, lieb und dankbar Kitty war. Sie genoß ihr Leben in vollen Zügen. Sie war glücklich dort.

 

Doch leider begann der Tumor wieder zu wachsen. Aufgrund der ungünstigen Stelle waren Tumorzellen übrig geblieben.

 

Wir versuchen alles, was möglich war, um das Wachstum zu stoppen. Sie bekam homöopathische Mittel, Moringa, kolloidales Silber; wir kontaktieren extra einen Menschen, der von Aloe arborescens als super Mittel bei Krebs schwärmte, das wir natürlich sofort für Kitty auch zubereiteten (Aloe mit Honig und Alkohol).

 

Sie hatte keine Schmerzen, es ging ihr gut. Sie genoß alles, sie gab so viel Liebe zurück. Einmal hat sie sogar einen Freigangs-Nachtausflug vorgezogen (natürlich haben wir uns sehr gesorgt…).

Der Tumor veränderte sich. Außen sah man eine riesige Wunde, im Rückblick nun ein offener Tumor. Es breitete sich trotz allem weiter aus.  Doch wir hatten immer Hoffnung, denn Kitty ging es gut, es gab keine Metastasen. Vielleicht war es nun doch nur noch eine starke Entzündung?

 

Doch dann, eines Tages, bemerkte ich bei Kitty, daß ihr gesundes Auge eine riesige Pupille zeigte. Kitty wurde blind.

 

In diesem Moment wußte ich, daß wir den Kampf verloren hatten. Der Tumor war definitiv weiter gewachsen, auch innen, nicht nach außen sichtbar.

 

Aber auch als Kitty nicht mehr sehen konnte, gab sie uns all ihre Liebe, genoß sie jeden einzelnen Moment.

 

Und dann kam der Zeitpunkt, daß sie Atemprobleme bekam.

 

Wir wußten, der Tumor würde sich immer weiter ausbreiten. Es bestand aus unserer Sicht die Gefahr, daß Kitty plötzlich keine Luft mehr bekommen könnte. Und dies wollten wir ihr natürlich ersparen.

 

Die Tierärztin kam nach Hause. Kitty schlief somit zu Hause, bei ihrem geliebten Menschen, ich war auch dabei, hatte sie vorher noch lange auf meinem Schoß, für immer ein.

 

Es waren 4 Monate, die wir mit Kitty verbringen durften. Wir sind unendlich dankbar dafür, daß wir diese wundervolle Katze kennen lernen durften und sie uns all ihre Liebe gab. Und wir sind unendlich traurig darüber, daß diese Zeit mit ihr so kurz war, daß wir kein Wunder vollbringen konnten.

 

Danke Kitty, wir werden dich nie vergessen.



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www.Katzensprechstunde.de - www.Katzenportal.net

 

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